Samstag, 27. Mai 2017

Strafvollzug

Knast ist Teil der Mission


Es kann passieren, dass mein bei Gesetzesübertretungen die der Sicherung der eigenen Pre- und Post Collapse Existenz dienen enttarnt wird und es zu einer Anklage kommt. Die schlimmste Möglichkeit mit welcher der Gesetzgeber hier drohnen kann ist der Freiheitsentzug, weshalb man sich mit diesem Thema auseinandersetzen sollte.



Die Drohung des Freiheitsentzuges
Das wirkliche Abschreckungspotential des Justizvollzuges ist nicht die Freiheitsberaubung, sondern die Intervention die dieser in das geordnete Leben des Angeklagten darstellt. Die Deutschen führen ein sehr geordnetes und geregeltes Leben von der Schule bis zur Sozialversicherungspflicht, weswegen man dieser Bevölkerung sehr einfach drohen kann. Jede Drohung stellt einen potentiellen Umsturz in ein geordnetes Leben da welches nicht perfekt ist, keine wirklichen Freiheiten zulässt für jene die diese anstreben, doch das einzige ist was die Leute kennen und welches eine gewisse Art von Sicherheit gewährleistet. Mit zunehmender Feralisierung der Gesellschaft schwindet dieses Drohpotential.

Jemand der einen geregelten Alltag hat mit Arbeitsverhältnis und Familie, für den ist diese Drohung etwas anderes als für einen Drifter ohne Assets. Er wird seine Anstellung verlieren und eventuell seine Familie. Je mehr jemand anhäuft, desto mehr lässt sich davon gegen ihn verwenden. Alles was du hast, hat irgendwann dich.


Outsourcen
Um dieses Drohpotential gegenüber einem selbst zu minimieren sollte man in einer Position die für den Staat angreifbar ist alles was gegen das Gesetz verstößst möglichst outsourcen, sprich an Söldnertruppen auslagern und denen überlassen. Selbst stellt man Logistik und Finanzierung und verschleiert seine Verbindungen. Jede Bewegung und jede Organisation die erfolgreich war und ist hat eine Kaste von Söldnern, Schlägern, Sturmtruppen und einfach Grunts für das Grobe welche die Exekutive stellen und verhindern das Gegenschläge das Kommandozentrum treffen. Besonders deutlich wird dies wenn in Deutschland Facebook Nazis verurteilt werden, welche überwiegend über dem 40sten Lebensjahr sind und aus Frust und Impotenz als Widerständler rollenspielen wollten, nur um dann durch ein Urteil ihrer Existenz beraubt zu werden weil sie zu blöde sind für organisatorisches 1x1.


Mentale Vorbereitung
Man sollte sich mental auf Situationen von Geiselhaft und Gefangenschaft vorbereiten um im Fall der Fälle nicht durch die psychologische Belastung der Situation gebrochen zu werden. Dies wird in den nächsten Jahren besonders hart, wenn eine Generation von Leuten in den Strafvollzug gebracht wird die mit Smartphones aufgewachsen sind. Ein Wochenende den kalten Entzug zu proben und seinen eigenen Tag so zu organisieren wie es in Haft ablaufen würde gibt einen Vorgeschmack. Und mal ganz ernsthaft, neun Jahre Schulpflicht hast du bereits hinter dir, da ist Knast nicht so schlimm.


Keine Deals machen
Eine Phrase unter den Angehörigen der Justiz lautet, dass es im Knast nur zwei Sorten von Leuten gibt; diejenigen die einen Deal gemacht haben und diejenigen die sich wünschen sie hätten einen Deal gemacht. Das ist ein Haufen Scheisse. Die Leute die Deals machen und Aussagen gegenüber der Justiz sind opportunistische Kriminelle die keine höhere Loyalität gegenüber ihren Partnern und Komplizen haben als den momentanen Gewinn den ihnen die Zusammenarbeit bringt. Ideologen, besonders die geschulten und religiösen, machen überwiegend keine Deals. Es gibt bei einem Deal nichts zu gewinnen. Die Justiz wird alles gegen dich verwenden und hat dazu ein Druckmittel für alle Ewigkeit gegen dich in der Hand. Sie können dich wenn das Ende der Haftzeit naht auch dazu unter Druck setzen nach der Haftzeit als Informant zu arbeiten, was einen zwangsläufig in ein kriminelles Umfeld zwingt. Jemand der einen Deal macht mit der Justiz wird niemals wieder vollständig rehabilitiert.


Informationen über Einrichtungen einholen
Die Strafvollzugseinrichtungen in Deutschland variieren stark. Modernere Einrichtungen sind so aufgebaut, dass der Gefangene die Zelle überhaupt nicht verlassen muss außer für seine eine Stunde Hofgang. In diesen Zellen befindet sich eine Dusche und Essen wird in die Zelle gebracht. Was Kritiker oft als Hotel bezeichnen stellt dabei effektiv Isolationshaft da. In anderen Einrichtungen verlässt der Gefangene nur zum Duschen die Zelle, wobei Duschen auch oft einzelne Räume etwas größer als eine Besenkammer sind in welchen der Gefangene 15 Minuten zur Körperhygiene hat, bevor er wieder zurück in die Zelle gebracht wird.
Hat man wissen über solche Details kann man sich mental auf den Aufenthalt vorbereiten.


Du wirst nicht ausbrechen
Bei vielen ist einer der ersten Gedanken wenn sie in die Einrichtung eingeliefert werden die Flucht, doch seien wir mal ernsthaft, du wirst nicht flüchten. Der Fluchtgedanke ist ein Zeichen von Schwäche und der erste Schritt auf der Straße zum eigenen Zusammenbruch. Es gibt Leute, die machen bei ihrer Einlieferung einen auf harte Nuss doch die Isolation und die vollständige Entmündigung und die Machtlosigkeit darüber banale Entscheidungen treffen zu können bricht sie bereits soweit, dass sie in der ersten Nacht versuchen zu entkommen indem sie bspw. Personal rufen und versuchen es zu überwältigen, was natürlich nicht funktioniert. Die einzige Möglichkeit wie solche Unternehmungen ausgehen ist das Scheitern. Also denk erst gar nicht dran.


Strukturen
Eines der Klischees welches über Justizvollzugseinrichtungen existiert ist, dass es überall Gangs gibt und dich alle vergewaltigen. Im Knast ist zwar niemand zu hässlich um nicht vergewaltigt zu werden, doch der Strafvollzug ist relativ geschickt darin Bandenbildung durch Isolation und dergleichen zu verhindern. Allerdings findet die Diversifizierung von homogenen Gesellschaften in Europa ihren Weg gerade in den Strafvollzug, weswegen man dort Gangstrukturen antreffen kann. Diese zielen allerdings als erstes auf Mitglieder der eigenen ethnischen Gruppe ab um diese in die Gang zu pressen. Es existiert meistens kein Drohpotential welche es notwendig machen würde einer Gang zum eigenen Schutz anzugehören. Doch wer X ist, der muss Teil der X-gang sein und dumme Rituale mitmachen um Loyalität zu beweisen. Gangs verhalten sich also wie Staaten die auf der Suche nach Steuerzahlern sind.

Existieren allerdings reale Gangstrukturen, dann sind diese quasi zu betrachten wie ein anarchokapitalistisches Laborexperiment. Jeder gehört quasi einer (ethnisch definierten)Sicherheitsgesellschaft an und die Sicherheitsgesellschaften haben kein Interesse an Konflikt. Man zahlt also seinen Anteil, entweder Geld oder Zigaretten, und erhält dafür die Sicherheitsmarke der Gang sozusagen. Dadurch entstehen dann Situationen in denen Aryan Brotherhood Mitglieder zusammen mit Cryps und Latin Kings Karten spielen und auf der Zelle feiern, um mal Extrembeispiele zu nennen.


Arbeit
Die meisten Einrichtungen haben Werkstätte und derartiges wo Häftlinge die länger einsitzen auch eine Ausbildung abschließen können. Für Leute die maximal ein Jahr einsitzen gibt es Arbeitsmöglichkeiten wie Kleidung nähen für einen winzigen Lohn, der im Gefängnis allerdings zusätzliche Lebensmittel und Genussgüter kaufen kann. Wenn Gangs existieren, dann versuchen diese ihre eigenen Leute in Positionen zu bringen wo sie Einkommen generieren können für die Kasse der Gang oder an zusätzliche Lebensmittel kommen.


Nahrung
Lebensmittel gibt es zu den Essenszeiten genug und es gibt die Möglichkeit zusätzliche Lebensmittel wie Marmelade und sowas einzukaufen. Die mästen Häftlinge gerne in Kombination mit Bewegungsmangel, weil fette Häftlinge friedlich und träge sind. Leute kommen fett aus dem Knast deswegen und nicht durchtrainiert mit Tränen Tattoos an den Wangen. Hauptbestandteil der Mahlzeiten sind Kartoffeln und Gemüße, also nix mit Caveman Diät. Viele Häftlinge essen auch aus Langeweile. Um kein Opfer dieser Masthaltung zu werden unbedingt Sport in der Zelle machen. Siehe dafür auch Werke wie "Fit ohne Geräte".


Bücher
Du kannst meistens keine Bücher mitnehmen in den Knast und du darfst auch keine in der Post erhalten. Briefe dagegen kannst du erhalten und Bücher einzeln als Briefe zuzuschicken ist eine Möglichkeit, weswegen du vorher Bücher welche du lesen möchtest ausdrucken und einem Vertrauten geben solltest, der dir diese dann zuschickt. Es gibt zwar Gefängnisbibliotheken, doch die haben kaum Sachen wie "The UNA Bomber Manifesto" oder "Gang Leader for a Day".


Verbindungen aufbauen
Gefängnisse sind Verbrecherschulen und dort besteht die Möglichkeit anders als irgendwo sonst geziel Kriminelle kennen zu lernen, weil keiner auf Facebook postet er ist Drogen- oder Waffenhändler. Diese Gelegenheit sollte unbedingt genutzt werden während man sich darüber immer klar sein muss, dass wie oben erwähnt andere Gefangene als Informanten arbeiten können.



Enjoy your stay




Für Erfahrungsberichte und Beiträge zum Thema Justizvollzugsanstalten schreibt an unsere Mailadresse;  postcollapse.blog(at)hotmail.com



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