Donnerstag, 4. Dezember 2014

Post Collapse Economy: Neustart

In Deutschland müsste sich nach einem Kollaps oder dem Verlust der billigen Produktionsmöglichkeiten im Ausland die Wirtschaft neu aufbauen. Wie würde das aussehen?


Viel der Produktion und Industrie befindet sich mittlerweile im Ausland, wo billiger produziert werden kann als in westlichen Ländern. Es ermöglicht zwar einen breiteren Konsum, da die Produkte alle billiger sind, setzt diesen Konsum aber auch einem Risiko aus. Würde China sämtliche ausländische Unternehmen in seinem Land übernehmen, so wären viele Versorgungsketten unterbrochen und es würde sich sehr schnell Mangel bemerkbar machen. Ich denke so etwas würde nur in einem Kriegsfall passieren. Man hat in der Vergangenheit bereits gesehen, wie Russland immer wieder westliche Unternehmen ins Land gelockt hat und dann ihr mitgebrachtes Kapital zu stehlen und Einrichtungen zu übernehmen.

Für den Westen würde das dann bedeuten, dass er nach dem Verlust dieser Zulieferstruktur diese Industrien neu aufbauen müsste. Entweder in anderen Ländern, oder in den eigenen. 

Aufbau einer Wirtschaft während Deutschlands industrieller Revolution
In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts begann Deutschland mit Exporten in die Binnenmärkte anderer Länder einzudringen. Dabei ahmte Deutschland quasi autoritär verordnet die englische Marktwirtschaft nach, ähnlich wie China heute den Westen nachahmt. Die Deutschen kopierten Produkte aus England, machten sie billiger und brachten sie dann auf den englischen Markt, wofür die Engländer sie gehasst haben. Das Englische Parlament verabschiedete 1887 den Merchandise Marks Act, was importierte Waren kennzeichnungspflichtig machte. "Made in Germany" war lange Synonym für Plagiate und schlechte Qualität.

Aufbau einer Wirtschaft im DDR Vergleich
Der von den Sowjets besetzte mitteldeutsche Raum war immer ein Gebiet der Leichtindustrie gewesen, ohne wirkliche Ressourcen. Die DDR brauchte als selbst existierender Staat allerdings eine Schwerindustrie, weshalb diese künstlich aus dem Nichts geschaffen wurde. Das ganze Eisenhüttenkombinat war bspw. subventionierter Fake, die Braunkohleförderung unrentable Vortäuschung von Energieautonomität. Deshalb wurde nach der Wende bzw. dem Einsickern der DDR in die BRD so vieles einfach dicht gemacht, weil es unwirtschaftlicher Fake war.
Ein Staat der sich in der Lage sehen würde wie die DDR wäre besser damit beraten gewesen weiterhin seine Leichtindustrie auszubauen und eine kreative Klasse, Forschung und Entwicklung, zu kultivieren. Diese Dinge laufen aber der irrationalen Ideologie des Sozialismus zuwider, weshalb die DDR als Staat eigentlich von Anfang an zum Untergang verdammt war.

Fazit: Besser gut kopiert als schlecht erfunden.



Sweatshops
Nationen die aus dem Nichts etwas aufbauen müssen sind damit gut beraten eine Leichtindustrie aufzubauen, darauf eine Schwerindustrie und darauf eine kreative Klasse. Der amerikanische Sozialreformer Booker T. Washington sagte zu den befreiten Sklaven der Südstaaten, dass diese am besten als Feldarbeiter auf den Plantagen bleiben und weiter arbeiten sollten, anstatt in die Städte zu gehen, wo sie für diesen Markt keine Qualifikationen besitzen. Auf dieser Grundlage können ihre Söhne dann Mechaniker werden und deren Söhne dann Ärzte.

In vielen Ländern nach dem zweiten Weltkrieg beginnt der wirtschaftliche Aufstieg mit der Etablierung einer Leichtindustrie. In der Regel waren das und sind das noch heute Textilmanufakturen, vulgo Sweatshops.

Textilien sind auf Konsumermärkten immer eine Verbrauchsware und Mode garantiert quasi eine dauerhafte Nachfrage an immer neuen Kleidungsstücken. Nach einem Krieg könnte man in Europa wieder ein vermehrtes Entstehen von Textilmanufakturen sehen, ähnlich wie nach dem zweiten Weltkrieg.
Südkorea bspw. war nach dem Koreakrieg fast vollständig verwüstet. Sweatshops und der Aufbau anderer Leichtindustrie haben es der südkoreanischen Gesellschaft ermöglicht von einer Agrargesellschaft zu einer Digitalgesellschaft zu werden. Entwicklungen die westliche Gesellschaften in 200 Jahren durchmachten geschahen in Singapur, Taiwan und Südkorea in 50 Jahren.

Sweatshops ermöglichen vielen Entwicklungsgesellschaften dazu einen kulturellen Wandel. Es ist ein sozialer Status Innen zu arbeiten und nicht Außen auf Feldern oder Dächern. Gleichzeitig ist es in vielen Gesellschaften eine traditionelle Arbeit von Frauen Kleidung zu nähen, was auf einem industriellen Level diesen ein geregeltes Einkommen und einen eigenen Arbeitsplatz ermöglicht.
Ebenso ermöglicht es eine vergleichsweise extrem sichere Form von Kinderarbeit. Wenn Kinder in primitiveren Gesellschaften arbeiten gehen, dann verursacht das im Westen ungerechtfertigterweise Empörung, weil diese Leute die sich Empören verwöhnte Weiber mit der Mentalität von Kindern sind die glauben, die Alternative dazu wäre eine Schulbildung oder andere Ansprüche. Es gibt diese Alternative nicht. Die Alternativen sind Plastik sammeln oder Kinderprostitution. Das Resultat von Sweatshops die geschlossen werden oder dem Verbot von Kinderarbeit dort ist nicht selten Kinderprostitution oder verhungern, wie Stiftungen die sich für die Schließungen und Verbote einsetzen oft selbst herausfinden müssen.


Insurgency
Der Wegbruch einer bestehenden Industrie und das Fehlen neuer Märkte die Arbeitskräfte auffangen kann für eine Post Collapse Situation schlimme Folgen haben. Ein Beispiel ist hier die Schließung der Zementfabrik in Fallujah. Nach der Besetzung durch die US Truppen ließ der Militärgouverneur die staatlichen Unternehmen schließen, welche zuvor als Minusgeschäft vom irakischen Staat subventioniert wurden, was viele junge Männer arbeitslos machte. Der einzige der in Fallujah zu dieser Zeit gering qualifizierte junge Männer angeheuert hat waren die irakischen Aufständischen.

Human Resources
Viele Menschen die emotional sehr dünn besaitet sind fühlen sich bei Wortgebräuchen wie "Humankapital" verletzt, was sie dann wieder auf den gemeinen Kapitalismus und Globalismus und Ausbeutung und so weiter schieben wollen. Humankapital bezeichnet alles, was der Mensch an seinen Qualifikationen in seinem Kopf hat. Das ist Humankapital. Dieses Humankapital kann in einer Post Collapse Situation, gerade in einem ressourcenarmen Land wie Deutschland entscheidend sein. Es ist oft das Drama von ressourcenreichen Nationen, dass sie geistig verarmen und irgendwann so fett und faul werden, dass sie Gastarbeiter alles erledigen lassen und total stagnieren.
Qualifiziertes Humankapital wird dabei auch nicht von Leuten gestellt die Musikmanagement, BWL oder Instrumentalpädagogik studiert haben. Staatliche Subventionierung führt zu Blasenbildungen in wertlosen Bereichen des Angebotes und wird im schlimmsten Fall wieder vom Staat im öffentlichen Dienst aufgefangen, nur um die Leute auf Kosten der anderen weiter beschäftigt und ruhig zu halten.
Der staatlich finanzierte Bildungssektor wird weiter machen damit alle möglichen dummen Studiengänge anzubieten, da er bei staatlicher Anerkennung für jeden Schwachsinn staatliche Gelder abgreifen kann. Dieses Luxusprodukt der Beschäftigungstherapie wird in einer Post Collapse Situation ebenso verschwinden, womit wir bei der Bildung von Humankapital wären.

Öffentliche Bildung die von der Bevölkerung einer Nation für die Bevölkerung einer Nation finanziert wird hat nicht die Aufgabe Individuen zu helfen Schreiner zu werden, Physiker oder Ärzte, sondern ihnen die Gemeinsamkeit zu vermitteln, was sie alle zu den Menschen dieser Nation macht. Für einen Neustart wäre dies das absolute Maximum was sich eine Gesellschaft die wieder auf die Beine kommen will leisten kann und leisten sollte. Alles darüber ist Aufgabe des Individuums sich selbst zu bilden.


Siehe auch:
Schattenwirtschaft
Über Mode

1 Kommentar:

  1. Im sozialistischen Bolivien wurde Kinderarbeit ab zehn Jahren per Gesetz legalisiert und es gibt eine Kinderarbeitergewerkschaft:
    http://www.capital.de/dasmagazin/der-kampf-der-kinder-fuer-kinderarbeit.html
    Einfach weil es gar nicht anders geht.
    Fresst das, linksgrüne, pädophile "Kinderrechtler"!

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