Samstag, 15. November 2014

Post Collapse Bodyarmor

Eigenbau und Improvisation für Krisenzeiten


Der Survivalist sollte für eine Post Collapse Situation nicht nur entsprechende Körperpanzerung bereit liegen haben, sondern auch in der Lage sein selbst welche herzustellen oder zu modifizieren.


Modifikation von jetzigen Modellen

Es gibt momentan noch Modelle auf dem Markt die man günstig erwerben kann, da sie nach heutigen Standards nicht mehr den Anforderungen entsprechen oder einfach aus der Mode gekommen sind. Es gibt aber auch modernere Modelle, denen einfach wichtige Teile fehlen.

Beispiel Unterleibschutz. Manche Westen haben diesen gar nicht oder er ist einfach zu schwach, maximal beschusshemmend gegen Pistolenkaliber. Das Schiesstraining von Polizei und Militär geht dazu immer mehr dahin, einem Gegner in den Beckenbereich zu schießen.


Unterleibschutz Eigenbau:

Im Vergleich ein Unterleibschutz der Bundeswehr mit Weich- und Hartballistik, daneben ein Unterleibschutz für die amerikanische OTV. Die Weichballistik im Unterleibschutz der OTV ist relativ dünn und der Unterleibschutz auch recht schmal. Der Unterleibschutz der Bundeswehr kann zwar auch Hartballistik aufnehmen, ist aber durch die Art wie er angebracht wird, mit Klett- und Reißverschluss, total beschränkt einsetzbar und eigentlich nicht mit anderen Modellen zu verwenden. Also mache ich mir einfach selbst einen.
Die Weichballistikeinlage ist für 20 Euro zu haben, Hartballistik für um die 13 bis 15 Euro. Manchmal findet man das auch noch billiger.

Als erstes brauch ich dafür eine Schablone der Weichballistik, natürlich ein paar cm pro Kante extra. In diesem Fall fertige ich auch nur ein leichtes Modell nur für Weichballistik nach amerikanischem Muster aus Cordura Stoff an.

Verschlossen wird der Unterleibschutz mit Klettband. An der Weste gehalten wird er über zwei Streifen Gurtband in 2,5cm breite, welche mit Druckknöpfen verschlossen werden.

Hier von Innen nach Außen umgestülpt, noch ohne Druckknöpfe.

Der fertige Unterleibschutz angebracht an einer OTV.

Der Unterleibschutz ist deutlich breiter als der US Standart...

... lässt sich aber Problemlos einklappen, bspw. beim sitzen in einem Fahrzeug.


Hier mal eine Zutatenliste die ich für den Eigenbau von Schutzwestenhüllen verwende:

Cordura 500D . Als Meterware günstig zu bekommen und andere Ausrüstungsgegenstände, wie Taschen und Loadout Westen, können daraus auch gefertigt werden. Man kann auch Kleidungsstücke bspw. an den Knien verstärken. Cordura 500 ist gegenüber Cordura 1000 und aufwärts bereits völlig ausreichend. Der Stoff ist wasserabweisend und sehr viel leichter als die bspw. von der Bundeswehr verwendeten Gewebe älterer Ausrüstung, die man für eigene Projekte ausschlachten kann.

Gurtband . Kann nach technischen Lieferbedingungen der Bundeswehr sein, muss aber nicht. Anderes taugt auch, solange es nicht der billigste Scheiss ist. Man sollte es in der Breite 2,5cm, für bspw. Molleschlaufen und dem vernähen von Rändern, und in 5cm Breite, für Dinge wie Rettungsgriffe verwenden.

Druckknöpfe . Ich benutze dafür Prym 15mm "Sport und Camping" Druckknöpfe. Hersteller der Ausrüstung deutscher Behörden wie BGS usw. verwenden diese Marke seit Ewigkeiten. Kauft aber mindestens eine Packung mit so einem kleinen Plastikwerkzeug zum Anbringen der Knöpfe, da Zangen und dergleichen nicht unbedingt wirklich gut funktionieren und das Anbringen einen sonst wahnsinnig macht. Richtig wahnsinnig.

Fäden . Nehmt irgendwas reißfestes aus Polyester, auch wenn das manchmal teuer sein kann. Ich nehme dafür Gutermann Polyesterfäden. Kritische Stellen sollten doppelt übernäht werden.

Klettband - Selbstklebend . Eigentlich braucht man dafür nur die 100mm Breiten, für dünnere Sachen legt man die einfach aufeinander und schneidet sie in die Hälfte.


Für Ausrüstungsgegenstände empfiehlt es sich zudem Ösen und Gurtschnallen zu haben. Natürlich mit entsprechendem Werkzeug. Überhaupt sollte man dafür eine Nähmaschine haben, wenn auch nur eine antike manuelle ohne Strom. Aber heute macht ja keiner mehr selbst irgendwas. Die meisten Idioten können sich nicht mal mehr eine Hose kürzen und schicken die für 5,90 zurück wenn, sie nur 2 cm zu lang ist.
Schaut euch auf den einschlägigen Tactical Tailor Webseiten nach Schnittmustern um und werdet eure eigenen Schneider, oder rettet zumindest Material und Muster für den Neustart der Leichtindustrie danach. Wer die Arbeit dieses Blogs unterstützen will, der kann mir dann auch mal eine dieser Westen abkaufen. Mehr dazu in Zukunft.


Eigenbau Ballistik

Ich übernehme natürlich keine Garantie für irgendwas das ich hier schreibe und es sollte auch niemand nachmachen und so. Du-hu...

Weichballistikeinlagen wie diese bestehen aus mehreren Lagen Nylon, die mit Kunstharz verstrichen und aufeinander gepresst und anschließend in UV Licht abweisendem Material eingeschweißt wurden.

Der Preis für den Meter Nylon ist so zwischen 4 und 8 Euro, je nachdem. Ausrüstungsgegenstände wurden bis vor wenigen Jahren auch noch aus Nylon gefertigt.

Als zusätzliche Panzerung bieten sich dazu Do-it-yourself Doron Platten an, die im Prinzip Lagen aus verklebten Glasfasermatten sind.

Doron Platten aus DDR Fertigung

 Doron Platten aus sowjetischer Fertigung


In diesem Versuch werden mehrere Lagen Glasfasermatten verwendet, verstrichen mit Polyestergießharz und zusammen gedrückt. Das Endergebnis konnte ein 9mm Vollmantelgeschoss stoppen.

Auf Youtube finden sich auf diversen Kanälen unterschiedliche Versuche mit Do-it-Yourself Bodyarmor. Teilweise können diese Kaliber bis .223 Remington aufhalten.

Solche selbstgemachten Platten werden am besten nach dem Modell älterer Splitterschutzwesten aus der Vietnam Ära verarbeitet, wo Splitterschutzwesten in der Innenseite mehrere Fächer für diese Platten haben.

Nach aller Wahrscheinlichkeit muss man auf solche Improvisationen zurück greifen, wenn man andere Menschen als die ursprüngliche Gruppe von Survivalisten ausrüsten muss, oder einfach wirklich alles verbraucht ist, was uns gleich zum nächsten Punkt bringt.


 Post Apokalypse

Für ein popkulturell angepasstes Outfit in der Post Apokalypse empfiehlt es sich die Ruinen von Läden für Sport- und Motorradzubehör zu durchkämmen. Was man dann an Footballrüstungen, die in Deutschland nur sehr schwach verbreitet sind, und Motorradschutzausrüstung aus den Überresten der alten Welt zieht kann modifiziert werden um mehr Schutz zu bieten, bspw. mit dem Metal der Verkehrsschilder, die sowieso nur nutzlos herumstehen würden, wie mahnende Vogelscheuchen.


Verstärkt mit Platten aus den Verkehrsschildern und den Reifen liegen gebliebener Fahrzeuge bieten solche Rüstungen verstärkten Schutz gegen die von den Ödlandbarbaren bevorzugten Nahkampfwaffen.

Die Mode der Post Apokalypse wird dominiert sein von Kleidung aus langlebigen und stabilen Materialien, wie Lederjacken und Duster Staubmänteln aus schwerem Segeltuch.


Siehe auch:

Moderne Körperpanzerung
Körperpanzerung für den Survivalist
Eigenbau Körperpanzerung - Mehr Eigenbaukonzepte für Schutzwesten aus recyceltem Material

Kommentare:

  1. Für den Nahkampf würde ich ein Kettenhemd tragen. Die gibt´s bei ebay schon für kleines Geld. Darüber einen Ledermantel aus dem Motorradzubehör, weil der sich um die Beine schlaufen lässt und nicht rumflattert. Als Nahkampfwaffen eignen sich kleine Äxte mehr als Messer, vorausgesetzt man kann damit umgehen, was sehr viele Trainingseinheiten voraussetzt. Eine Kampfsportausbildung hilft hierbei enorm um die Bewegungsabläufe einzustudieren. Auch der gute, alte Baseball Schläger kann ein probates Mittel der Wahl sein, wenn man damit umgehen kann. Hiermit kann man selbst entscheiden, ob der Angreifer verletzt, oder getötet wird. Bei Schusswaffen sollte man sich besser verstecken, weglaufen und auf sein Glück vertrauen, es sei denn man hat auch ´ne ordentliche Wumme, aber selbst dann tanzt man auf dem Drahtseil, also besser unsichtbar sein.

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    1. Klingt ja ganz nett in deiner Theorie. Aber Kettenkemden sind gegen Hiebwaffen konzipiert worden und werden in Verbindungen mit wattierter Kleidung (Aketon/Gambeson) getragen. PC wahlweise auch mit Fufaika, die tragen die Iwans hin und wieder noch und die werden dann halt geborgen.
      Stiche sind hier kritisch, gerade mit kleinen Klingen oder Schraubenziehern. Die gehen einfach durch die Ringe. Die "studierten Bewegungen" kannste auch knicken, Kein Kampf läuft wie in den unrealistischen Situationen die einem beim Kampf"sport" vermittelt werden. Aber mehr dazu wie immer in Zukunft.

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    2. nette sache mit dem kettenhemd. da gibt es nur ein problem. das kettenhemd schützt nur dann wenn es verschweißt oder vernietet ist. und das auch NUR gegen schnittverletzungen. zudem ist der draht nicht mehr so stark wie früher. der heutige dem man kaufen kann oder auch in den kettenhemden verbaut wird, ist einfacher baudraht oder federstahl. federstahl ist so wiederspenstig, das man ihn kaum anflachen und vernieten kann. ich hab selbst schon kettenhemden gebaut ob vernietet oder unvernietet es ist keine rüstung für die heutige zeit. zumal ist ein hemd mit 7- 15kg auch sehr schwer. wenn man von einer kugel getroffen wird sprengen sich die ringe auf und bohren sich in den körper. sollte die kugel kein lebenswichtiges organ getroffen haben und man mit dieser verletzung nicht sterben wird, dann werden die splitter der ringe den rest erledigen.

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    3. Du musst jetzt keine dumme Idee noch weiter zerlabern. "Kettenhemd mit Lederjacke", die Idee ist doch komplette Scheisse gewesen. Lass den einfach mal machen und nimm dir dann seine Schuhe.

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