Samstag, 9. August 2014

Ratgeber über bewaffneten Nahkampf

Ratgeber über bewaffneten Nahkampf und improvisierte Waffen, basierend auf Fachliteratur, militärischer Ausbildung und jahrelanger Erfahrung in gewalttätigen Auseinandersetzungen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Der bewaffnete Nahkampf

Kämpfen hat nichts mit Heldentum oder Ruhm und Ehre zu tun, sondern nur mit Schmutz, Angst, Gefahr und Schmerz, so gilt das in noch viel größerem Maße für den bewaffneten Kampf. Aus diesem Grund möchte ich auch nochmal einen ganz simplen Rat geben, den jeder Mensch beherzigen sollte: Wenn du irgendwie kannst... Lauf weg!

Egal, wer dir zuschaut, vor wem du glaubst, das Gesicht verlieren zu können, egal, wie du beleidigt wurdest oder was auch immer vorgefallen sein mag, egal, was es für Folgen für dich haben könnte, wenn der Gegner eine Waffe hat, dann lauf weg! Lauf so schnell du kannst und vermeide es, dieser Person jemals wieder zu begegnen. Natürlich gibt es Ausnahmen für diese Regel: Wenn du nicht der Schnellste bist und ein Gegner fit und durchtrainiert, dann wirst du kaum entkommen können und vielleicht mit einem Messer im Rücken enden. Aber auch in diesem Fall kann es sinnvoll sein wegzulaufen. Vielen Gegnern wird der Triumph ausreichen und sie werden dich auslachen, aber nicht verfolgen. Du solltest dich dem Kampf nur stellen wenn du sicher bist, dass der Gegner hinter dir her rennen wird, um deiner habhaft zu werden.


 Messer

 



Ich möchte erst etwas Schlechtes über Messer erzählen. Sie sind höchst gefährlich. Sie sind höllisch scharf (und wenn nicht, dann solltest du schnellstens dafür sorgen, dass doch), und es braucht viel Zeit und Geschicklichkeit, um richtig mit ihnen umgehen zu können. Zu guter Letzt wird es dir auch die "Justiz" noch äußerst übel nehmen, wenn du ein Messer zu deiner Verteidigung benutzt, sogar dann wenn dein Angreifer auch eins hatte. "Wozu führen sie so ein Ding überhaupt mit sich?", fragen dann die mit Pistolen bewaffneten Staatsdiener.

Ich möchte auch etwas Gutes über Messer erzählen. Du brauchst ein Messer in fast allen Situationen des Lebens. Die Tatsache keins dabei zu haben, kostet ständig Zeit und Nerven. Wenn keiner, wie üblich, einen Dosenöffner hat, dann benutze ich mein Messer. Wenn ein Licht am Auto kaputt ist, dann lässt sich mein Messer als Schraubenzieher benutzen. Wenn die Geflügelschere meiner Mutter klemmt, dann wird mein Messer den Truthahn sofort zerlegen. Wenn irgendwo Dreck im Fingernagel ist, kratzt man ihn mit dem Messer heraus. Man könnte diese Liste noch ewig weiterführen. Vorallem in allen Notlagen wird ein Messer den eigenen Stand immer verbessern. Wenn du erstmal ein paar Tage so ein gutes Stück mitgeführt hast, dann wirst du nicht mehr verstehen, wie du je ohne auskommen konntest. Achte natürlich dabei immer auf das Waffengesetz.

Messerkämpfe sind die häufigste Form von bewaffneten Auseinandersetzungen auf der Straße, z.B. in Discos oder auch auf Schulhöfen. Ein Messer ist überall für wenig Geld zu bekommen, sieht hübsch aus und lässt sich bequem und unauffällig mit sich führen. In manchen Staaten der USA ist es verboten, ein Messer versteckt am Körper zu tragen. Die meisten Messerkämpfe laufen nämlich nicht so ab, wie Actionfilme uns das glauben machen wollen. Genaugenommen passiert es nur selten, dass wirklich zwei Gegner einander mit dem Messer in der Hand gegenüberstehen und versuchen einander zu treffen, ohne selbst getroffen zu werden. Erfahrene Kämpfer halten ihr Messer versteckt in der Hand, sodass nur ein kleines Stück Klinge zwischen den Fingern hervorschaut. Oft haben sie auch ein noch fast geschlossenes Einhand- oder Springmesser in der Hand verborgen, das sie erst beim, durch den leicht geschwungenen Schlag zu deinem Hals aufschnappen lassen. In solchen Fällen kann dich dein Instinkt retten. Man erkennt solch eine Aktion zum Beispiel daran, dass jemand sich dir mit einem unnatürlich herunterhängenden Arm nähert. Dann ist es höchste Zeit den Fluchtweg zu wählen oder sich nach improvisierten Waffen umzusehen.

Ein Messer ist im Kampf gegen einen unbewaffneten Gegner eine furchtbare und äußerst gefährliche Waffe, viel gefährlicher als ein Schlagstock oder Baseballschläger. Erstaunlicherweise ist es aber genau diesen Waffen, denen es eigentlich an Gefährlichkeit überlegen ist, deutlich unterlegen, wenn der Gegner über eine solche Waffe verfügt. Mit anderen Worten, wenn man gegen einen Unbewaffneten kämpft, ist ein Messer eine extrem effektive Waffe. Wenn aber ein Messerkämpfer gegen jemanden mit einem Schlagstock kämpft, dann wird der Schlagstock meist gewinnen. Mit einem Stock lässt sich der Messerkämpfer auf Distanz halten, denn im Gegensatz zum Messer, hat der Stock hier die physikalische Mann-Stopp-Wirkung.

Das heißt für die Praxis: Wenn du mit einem Messer angegriffen wirst, solltest du einen Schlagstock parat haben oder einer improvisierten Waffe habhaft werden, zum Beispiel einem Stuhl, Billardqueues etc. In Krisenzeiten eignen sich auch Klappspaten und aufgepflanzte Bajonette hervorragend.

Messerkampf ist nur zu 10 Prozent Technik und zu 90 Prozent Schnelligkeit, Instinkt, Kaltblütigkeit und Fitness. Jedoch kann selbst ein geübter Messerkämpfer von einem absoluten Anfänger niedergestochen werden, wenn dieser nur schnell, beweglich und tollkühn ist. Wenn dir dein Gegner das Messer in die Rippen stecken will und dabei keinerlei Rücksicht auf seine eigene Gesundheit nimmt, dann wird es ihm mit großer Wahrscheinlichkeit gelingen. Dass du dein Messer dann ebenfalls an einer taktisch günstig gelegenen Stelle am gegnerischen Körper deponierst, ist wohl nur ein schwacher Trost. Also, vermeide einen Messerkampf. Dennoch hat der geübte Messerkämpfer einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Ein geübter Kämpfer reagiert blitzschnell. Er entdeckt Lücken in der Technik und er wird sofort bemerken, wenn das Gewicht des Gegners auf dem falschen Fuß ist, sodass der Gegner nicht mehr schnell genug ausweichen kann.

Nur ein Idiot wird die Messerhand vor dem Körper haben. Dort ist sie nicht nur für den Gegner sichtbar, sondern kann auch unverhältnismäßig gut verletzt werden. Das Messer gehört nach hinten, wo es vom eigenen Körper verdeckt wird und dann blitzschnell zustoßen kann. Es ist sinnvoll, hier einen seitlichen Stand mit gleichmäßig auf beiden Beinen verteilten Gewicht zu wählen, sodass man sich sowohl schnell vorwärts, wie auch rückwärst bewegen kann. Wichtig ist auch die Verteidigung. Fast egal, was du in deiner "freien" Hand hältst, es ist besser als dein ungeschützter Arm. Eine Flasche, ein Kerzenständer, ein Kissen oder sogar eine Zeitschrift sind gute Möglichkeiten.

Was du trainieren musst sind Gleichgewicht und Beweglichkeit. Gleich danach folgt Schnelligkeit und Treffsicherheit. All das garniert mit einem Eimer voll Kaltblütigkeit. Die beste Möglichkeit den Messerkampf zu trainieren, ist im Sparring. Messerkampftraining ist toll. Hier sind tatsächlich sportliche Qualitäten gefragt und deshalb macht es auch unglaublich Spaß. Zunächst einmal braucht man zwei Gummimesser. Das beste daran ist, man hat ein absolut realitätsnahes Training und tut sich dabei nichtmal weh. Weiterhin sollte man alte Kleidung tragen und die Gummimesser in Farbe tunken, um Treffer zu markieren. Aber vergiss die ernste Seite nicht. Du kannst das ganz einfach herausfinden indem du dir jemanden suchst, der für dich überhaupt keine Gefahr darstellt. Gib ihm das Messer in die Hand, lass es ihn in Farbe tauchen und gib ihm den Auftrag, dich anzugreifen. Sag ihm aber, dass es keine Rolle spielt wenn er getroffen wird. Er soll dich um jeden Preis treffen. Gelingt ihm das, hat er gewonnen. Das Ergebnis schockiert immer. Immer wird er dir die Gedärme herausschneiden. Das ist das Problem. Jemand, der nur verrückt genug ist, zum Beispiel wenn er unter Drogen steht oder einfach so durchgeknallt ist, wird dich immer treffen.

Ein Messer muss folgende Kriterien erfüllen. Es muss groß genug sein, dass du keinen Reichweitennachteil gegenüber einem Gegner in Kauf nehmen musst, es darf aber auch nicht so groß sein, dass es ewig dauert, es herauszuziehen. Ansonsten bist du tot, bevor du dein "Schwert" endlich draussen hast. Es muss von guter Qualität sein, sonst hast du ständig die Last am Hals, es schärfen zu müssen, es sollte aber auch nicht teuer sein. Bei den meisten Top-Produkten heute ist es sogar so, dass der Prozess des Schärfens zu langwierig und aufwendig ist. Und das Wichtigste, es sollte vorne so spitz sein wie nur irgend möglich, also beidseitig geschliffen und keine Tantoklinge (wir haaaaassen Tantoklingen, ich kann gar nicht sagen wie sehr wir Tantoklingen hassen). Es soll ja im Verteidigungsfall auch durch Kleidung und z. B. Lederjacken gestoßen werden.

Alles andere ist eine Frage des individuellen Bedürfnisses. Natürlich muss ein Messer gut in der Hand liegen, die ergonomische Ausformung sollte verhindern, dass du mit der Hand nach vorn oder hinten vom Griff abrutschen könntest. Keinesfalls darf das Messer zu schwer sein, ansonsten wärst du zu langsam. Ich sage das auch deswegen, weil ein schweres Messer immer eine höhere Wertigkeit suggeriert, aber das ist Bullshit. Empfehlenswert ist das Glock Feldmesser M 78.

Bild: Unachtsamkeit führt im Messerkampf innerhalb von Sekunden zu den schwersten Verletzungen


Versuche nie einen Messerkämpfer zu entwaffnen. Wende niemals Griffe gegen deinen Gegner an, da du so nur deine Hauptkampf- und Hauptverteidigungswaffen außer Gefecht setzt. Auch hier gilt wieder; lauf weg oder nutze deine eigenen Selbstverteidigungswerkzeuge oder nutze improvisierte Waffen.

Als optimale Trefferpunkte empfehle ich Stiche in den Unterleib und in die Körperseiten. Nicht nur weil sich in diesen Körperregionen, Organe befinden und Adern verlaufen, sondern auch weil diese Partien bei den meisten Schutzwesten Schwachstellen aufweisen.



Bild: Die Leistengegend verfügt über nicht viel Muskulatur, daher trifft eine enorme Anzahl von Menschen, ein sogenannter Leistenbruch. Ein gezielter Stich kann Arterien verletzen oder auch dazu führen, dass der Darm durchbricht, was mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zum Tode führen wird.

Kommentare:

  1. Und wie soll man das Messer führen, Klinge nach vorn oder nach hinten zum Arm hin?

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    1. Ich sprech jetzt nur für mich. Klinge nach oben, da hat man mehr Spielraum. Viele denken die Klinge nach Unten bringt mehr Kraft beim Zustechen, aber man hat weniger Spielraum und ist auf so eine Art Hacken begrenzt.

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    2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    3. Klinge nach oben ist tatsächlich präziser und hat mehr Reichweite - allerdings telegrafiert der Angriff auch stärker (ist leichter vorraus zu sehen).
      Klinge nach unten taugt nur, wenn man Erfahrung im Messerkampf hat. Um das effektiv einzusetzen braucht man die Linke als Parierwaffen. Geschnitten wird in dieser Haltung mit einer Art Faustschlagbewegung.
      Auch sind so extrem schnelle Stiche zu Hals/Arm/Körperseite möglich, wenn man mit einer schnellen, schnappenden Bewegung sticht (ähnlich wie bei einem Rückhandschlag beim Tennis.).
      Der größte Vorteil: Die Reißwirkung beim Zurückziehen der Klinge. Hat man eine beidseitig geschliffene Klinge, kann man beim Zurückziehen noch einen Schnitt ansetzen - so wird selbst ein gegnerischer Block eine blutige Angelegenheit.

      Ein ganz, ganz wichtiger Punkt fehlt übrigens im Artikel: Messerkampf wird über Beinarbeit gewonnen. Ein Messer ist zu schnell um es zu blocken. Aber jemand der euch mit einem Messer verletzen will, ist auf seinen Füßen nicht schneller als wenn er euch boxen will.

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  2. Als der russisch-tschetschenische Krieg tobte, zeigten sie mal einen Tschetschenen der sich am Wand seines Hauses eine Granate befestigt hatte und sagte: "Wenn die Russen in mein Haus kommen, ziehe ich den Sicherungsstift".

    Du hast eine andere mögliche Konsequenz von Gefangenschaft nicht angeführt: Vergewaltigung. Denn ich glaube nicht dass man als Mann automatisch davon verschont wird. In diesem Sinne: Eine todsichere "Exit-Strategie" wird helfen dass die letzen Momente nicht zur Hölle werden.

    Sei es nun mit einem Sprengsatz oder Cyankali.
    Denn auch ein mit Todesmut geführter Kampf beschert nicht immer den Tot und kann trotzdem in Gefangenschaft enden, vor allem bei feindlicher Überzahl.

    So eine unmittelbar durchführbare "Exit-Option" ist insbesondere sinnvoll wenn man körperlich und/oder geistig nicht mehr bei Kräften ist, aus welchen Gründen auch immer.

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  3. Bei Messern reagieren Polizisten zumindest in meiner harmlosen bürgerlichen Umgebung ziemlich ruppig. Zumal bei beidseitig geschliffenen Dolchen.
    Selbst Jägern wird mittlerweile dringend empfohlen etwa Saufedern (grosse Dolche) verschlossen mit den anderen Waffen ins Revier zu transportieren und nicht wie in vernünftigeren Zeiten am Gürtel zu befestigen.
    Für Legalwaffenbesitzer kann selbst ein harmloser Verstoß gegen das Waffengesetz den Verlust der Zuverlässigkeit bedeuten. Sollte man wissen ob es dieses Risiko wert ist zumal es andere Möglichkeiten gibt.
    Ein Klappspaten im Auto (!) allerdings ist (noch!)ein Klappspaten, ist ein Klappspaten und keine Waffe, selbst wenn er an den Seiten durch intensiven Gebrauch etwas angeschliffen ist.
    Und eine flexible Autoantenne, die man dabei hat ist auch nur eine Antenne, die man gerade auf der Straße gefunden hatte und kein Schlagstock.
    Die Polizei sollte sich nicht soviel Gedanken machen. Auch nicht zum Spielzeugschloss, das Waffen-und Magazintasche verschließt, wenn man unterwegs zum Revier oder zum Schießstand ist. Und wann ist man das eigentlich nicht?
    Schloss ist Schloss und wenn es aus Plastik ist. Hauptsache Schlüssel. Oder ein schnell zu verriegelndes Zahlenschloss, das auf jeden Fall bei einer Verkehrskontrolle auch geschlossen ist...

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    1. Zum Klappspaten folgende Empfehlung: Beidseitig Rasiermesserscharf ausschleifen und anschließend ganz zart überlackieren. So sieht und merkt der Polizist nichts. Beim Schlag jedoch hemmt der dünne Lack nur minimal. Quasi ein "Klappschwert". Ich empfehle wegen dem gut schleifbaren Eisen den Feldspaten von Glock.

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