Mittwoch, 20. August 2014

Produktempfehlung: Bundeswehr Taschenlampen



Es ist manchmal echt erstaunlich wie wenige Menschen, auch die mit Grundwehrdienst, diesen Gegenstand dort auf dem Bild identifizieren können. Das ist eine Taschenlampe.

Diese alten Taschenlampen sind für wenige Euro zu haben. Das Design ist bereits über hundert Jahre alt und wurde in Deutschland hauptsächlich von der Firma Daimon produziert. Der Aufbau ist so extrem simpel, dass sie kaum kaputt gehen können. Und wenn doch, dann kann man sie sehr leicht reparieren.

 
Ältere Modelle wie dieses aus den 1940er Jahren werden mit Blockbatterien betrieben, neuere Modelle mit 1,5 Volt D Batterien.


Die kleinen Knöpfe auf der Vorderseite ermöglichen es farbige Linsen oder eine Abblende vor den Reflektor zu schieben. Rotlicht schont bei Nacht die eigenen Augen und ist zudem unauffälliger. Zudem erlauben es Farbcodes bei Nacht über Sichtkontakt zu kommunizieren. In älteren Feldhandbüchern finden sich Hinweise dazu. Bei Taschenlampen, bei denen erst neue Linsen aufgeschraubt werden müssen, ist dies schwieriger.

Die rote Linse bei dieser Taschenlampe wurde beschädigt indem der Schieber abgebrochen ist.


Der An/Aus-Schalter befindet sich oben auf der Taschenlampe und wird gedreht. Es gibt zudem eine Mittelstufe in der auf Druck gemorst werden kann. Der Aufbau im inneren besteht im Grunde nur aus ein paar Messingblechen.

Schalter auf aus.


Schalter auf an.

Auf der Rückseite ist ein Riemen mit zwei Knopflöchern, welche das Tragen an der Kleidung ermöglichen. Ältere Bundeswehr Feldblusen haben für diesen Zweck unterhalb der Brusttasche einen weiteren Knopf angenäht. Der Riemen kann auch als Schlaufe verwendet werden um die Taschenlampe an der Koppel zu tragen. Nur der Scheiss aus der DDR hat dieses Feature nicht.


Die Leuchtleistung ist mit der kleinen 0,6 Watt Glühbirne eher bescheiden. Meistens befindet sich in der Taschenlampe selbst noch eine Ersatzglühbirne. Man kann aber auch welche aus Fahrradlampen nehmen. Umgekehrt natürlich genauso. Je nachdem wie weit man die Birne reindreht fokussiert die Lampe. Mit zwei 1,5 Volt Batterien hielt die Taschenlampe mir einmal fünf Nächte am Stück fast durchgehend.
Man kann allerdings auch die Birne und das Gewinde mit einem TorchLED10 Gewinde auf LED Lampen umrüsten, wenn der Mehrpreis es einem wert ist.


Was die Lampe auch für Bastler attraktiv macht, ist die Möglichkeit sie als Auslöser für Vorrichtungen zu verwenden. Die Morsetaste reagiert auf Druck und die circa drei Volt der Batterie reichen allemal aus, um einen Primärsprengstoff, also eine Zündkapsel, oder ein Lichtsignal auszulösen. Glühbirnen selbst können auch als Zünder benutzt werden. Im Kasten ist der ganze Vorgang gut aufgehoben, auch wenn dieser nicht Wasserdicht ist. Wird die Vorrichtung dann irgendwo vergraben, kann man immernoch Tape darum wickeln oder das ganze in eine Plastiktüte stecken. Wäre natürlich auch brandgefährlich, würde tatsächlich jemand einen elektronischen Druckzünder bauen. Es sei denn, sie dient als Auslöser per Knopfdruck aus sicherer Entfernung.




Kommentare:

  1. Hier ist eine Umbaubeschreibung: https://www.blasted.de/t3979/

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  2. Oder man gibt folgende Suche bei ebay ein: LED Ersatzbirne für Taschenlampen

    Die kostet derzeit 10,90 ohne Versand und funktioniert für alle Taschenlampen von 1 - 9 Volt Gleichspannung!

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  3. Die Fahrradglühbirne mit 2,4W bringt das aber nur mit 6Volt, kein Wunder das die mit 3Volt nur schwach funzelt. Ich würde das Ding, wenn überhaupt, mit 4AA Batterien und LED betreiben.

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    1. Das ist auch der eigentliche Punkt bei dieser Lampe:
      Man kann alles mögliche an Leuchtmitteln und Batterien verwenden, wie bei keiner anderen Funzel, und sie hat noch Mehrwert ;-)
      Mit Glühbirne ist sie auch EMP-sicher, mit LED wahrscheinlich leider nicht.
      Trotzdem schlicht die vielseitigste Winkeltaschenlampe die es gibt!

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  4. Deine Artikel sind meist sehr gut. Aber diesmal nicht. Sorry.
    Heute gibt es LED Taschenlampen, die auch nicht (viel) teurer als dieses Uralt-Ding sind, und folgende Vorteile haben:
    - Leuchtmittel (LED) geht praktisch nicht mehr kaputt.
    - Batteriene halten viel, viel länger.
    - Moderne Varianten sind wasserdicht.
    - Oft sind mehrere Leuchtstufen einstellbar. So hat man je nach Bedarf viel mehr Licht als dieses alte Ding oder eine noch mal viel längere Batterielebensdauer.

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    1. Ich empfehle hier dieses Ding nicht nur speziell zum Licht machen du Genie.
      Für die Beleuchtung empfehle ich noch andere Dinge, aber bei dieser Kastenlampe macht es die vielseitige Einsetzbarkeit. Darum gehts. Skills, nicht Spielzeug.

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    2. Und vor allem ist das Ding sowas von Low-Tech das es immer repariert werden kann, Ich musste schon mehrere moderne LED Lampen entsorgen weil ausgelaufene Batterien einfach nicht entfernt werden können.

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  5. Ist zwar kein multifunktionales Bastelteil wie die BW Lampe, aber passt gut hierher: Streamlight Sidewinder Company 2 ist sozusagen die Hightech Lösung der US Army.
    Erstaunlich helle LED, die zur Not auch mit einer einzigen Mignonzelle funktioniert. Geniales Dualbatteriesystem mit A123/Mignonzelle, Rotlicht, Schwarzlicht (Blutspuren), IR, jeweils 3 Leuchtstärken+ Intervall, wasserdicht, unkapputbar, schweineteuer (100€) aber insgesamt ein absolut zuverlässiges und brauchbares Teil.
    Also wer mal in die USA kommt....kostet dort die Hälfte.

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