Samstag, 9. August 2014

Achtung Panzer!

Habt ihr auch schon mal von Leuten gehört, dass Waffenbesitz in der Bevölkerung ja sowieso sinnlos wäre gegen Tyrannei und feindliche Invasoren, weil diese ja Panzer hätten und man dagegen auch mit einem Gewehr machtlos sei? Diese Leute wissen überhaupt nichts und sind voll mit Scheisse. Mit dem richtigen Werkzeug besiegt David den Goliath. Was also tun, wenn man mit der überwältigenden Feuerkraft ruchloser Autoritäten konfrontiert wird? Schlag zurück! Auch du kannst Panzer knacken!


In welcher Situation werde ich es mit Panzern zu tun haben?
 
Mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen wird der Survivalist es eventuell zu tun kriegen, wenn sich eine feindliche Armee auf dem Vormarsch befindet und dabei seinen Weg kreuzt. Der einzelne Survivalist wird es vermutlich sonst nicht mit Panzern zu tun bekommen, da diese Art der Waffenanwendung bei einem einzelnen Gegner keinen Sinn machen würde. Wird er von einer tyrannischen Regierung oder einer Besatzungsmacht gejagt, dann werden gewöhnliche Behörden bis hin zu Spezialeinheiten der Polizei diese Aufgabe übernehmen.

Wenn ich mit meiner Einschätzung über die Zukunft Europas liegen würde, dann wird es wahrscheinlich so sein, dass irgendwann hier russische Peacekeeper herumfahren zusammen mit den Soldaten verschiedener übernommener europäischer Armeen und deren Polizei. Die werden dann gegen Leute vorgehen, die kein Teil des Systems zum Wohl der Allgemeinheit sein wollen. Wer seine astronomischen Steuern nicht mehr bezahlen will und sein Privatleben für das höhere Wohl des Staates opfert, der muss durch Zwang von dessen Gutmütigkeit überzeugt werden. Im Angesicht dessen werden Leute entweder das Land verlassen und, sobald das nicht mehr möglich ist, Widerstandszellen bilden.

Ist eine Gruppe von Survivalisten und ihr Standort bzw. ihre Basis entdeckt und kann anfänglich Widerstand leisten gegen Angreifer, so ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass sie letztendlich mit Panzern konfrontiert werden, oder ähnlichem schweren Gerät. Aber hier zählen letztendlich auch das Gelände und die Zugänglichkeit. In den Bergen werden wohl eher Hubschrauber eingesetzt werden um gegen Gruppen von Leute vorzugehen, vielleicht ein paar leichte Radpanzer. Kampfpanzer werden eher im Flachland eingesetzt werden, wo sie ihre großen Waffen ausspielen können. Hügeliges und bewaldetes Terrain, wie bspw. in Süddeutschland oder entlang der Deutsch-Tschechischen Grenze, mögen die gar nicht.

Panzer werden noch eher in Städten eingesetzt als in den Hügeln. Die Bewaffnung macht es nahe liegender ihn gegen andere Fahrzeuge und befestigte Ziele einzusetzen, als gegen irgendwelche Einzelpersonen. Macht sich ein Panzer auf den Weg in die Richtung der Survivalisten, so hat er zum Ziel ihr Haus, ihr Dorf oder was auch immer zusammenzuschießen, was sie für ihren Strongpoint halten. Es sind große Kanonen die schnell fahren sollen, von dir wollen sie erstmal gar nichts.


Mit welchen Panzern werde ich es zu tun haben?

Ich vermute mit sowjetischen/russischen Modellen und übernommenen Fahrzeugen europäischer Nationen.
http://fs1.directupload.net/images/150827/4x7djss4.jpg
Sowjetischer T-72

Es ist daher ratsam sich vorher einmal mit verschiedenen Panzertypen zu beschäftigen und wenn Möglich Querschnitte, Blaupausen oder andere Detailpläne zu beschaffen. Später einmal wird es von großen Nutzen sein gleich zu wissen, wo bei welchem Fahrzeug Munition lagert, wo die Besatzung sitzt, wo deren Sichtfeld ist und wie der Motor darin aufgebaut ist.

Deutscher Leopard 2

Westliche Panzermodelle sind in der Regel größer als die Panzermodelle des Warschauer Paktes. Es ist die Frage welche sie wohl eher gegen Widerständler einsetzen werden. Wahrscheinlich wird man ältere Modelle gegen einen Gegner einsetzen, den man für nur leicht bewaffnet hält.

Leopard 1 im Vergleich zu einem T-72

Wenn das Terrain den Widerständler begünstigt, so wird man leichtere, wendigere Radpanzer einsetzen wie bspw. den russischen BTR-90 oder Sonderwagen der Polizei, auch zum Transport von Personal.


BTR-90

Moderne westliche Radpanzer verfügen über einen Bordkompressor und zusätzlichen Druckluftschlauch, welche den Reifen auch bei Beschädigung stabil halten. Viele östliche Modelle verfügen noch nicht über eine solche Vorrichtung, deshalb sieht man auch so oft Ural, BRDM und BTR Modelle mit platten Reifen. Selbst Beschuss aus Kleinwaffen kann ein solches Fahrzeug bereits verlangsamen.



Gegen ungepanzerte Geländewagen wie bspw. den Mercedes Wolf oder den russischen UAZ 469 reicht bereits Kleinwaffenbeschuss oder eine Richtsplittermine. Die Bundeswehr fühlte sich in Kabul 2001 noch so sicher, dass man dort mit dem Wolf herumgefahren ist. Heute würde so was niemand mehr machen. Bis zu dem Punkt an dem wir dieses Wissen brauchen, werden die Aggressoren auch nur noch in GAZ Tigr, HMMWVs und schwer gepanzerten MRAP Fahrzeugen durch Terrain fahren, von dem sie wissen, dass sie dort die Aggressoren sind und sich schützen müssen.

 Mine Resistant Ambush Protected Vehicle

Genauso ist es aber auch möglich, dass organisierte Marodeure und Banden mit gepanzerten Fahrzeugen angreifen, die sie übernommen oder selbst gebaut haben. In Mexiko benutzen Drogenkartelle gepanzerte Geländewagen und Lastwagen, umgangssprachlich Narco Tanks genannt, zum Drogentransport und Auseinandersetzungen. Sie sind gepanzert gegen Kleinwaffenbeschuss und mit Schießscharten ausgestattet.

Narco Tank


Welche Rolle spielt das Gelände?

In einem Terrain wo ein Panzer nicht fahren kann wird er mir auch nicht gefährlich. Panzer wollen ihre großen Waffen ausspielen und sind nicht zum Kampf gegen einzelne Infanteristen gedacht.
Für den Kampf gegen Widersacher wird der Feind eher Polizei und Hubschrauber einsetzen. Wenn das nichts gebracht hat oder bereits im Vorfeld die Bedrohung zu Groß ist werden schwere Waffen aufgefahren. Die kann man aber nur dort auffahren, wo man sie benutzen kann.

Ebenen sind ein ideales Einsatzgebiet für Panzer. Hier sollte der Survivalist nicht sein. Für ihn ist es besser, er versteckt sich in bewaldeten Hügellandschaften oder im Gebirge. Verwinkelte Straßen und eingeschränktes Sichtfeld sind hier gegen ihn. Zudem kann ich das Gelände nutzen um seine Bewegungsfreiheit zusätzlich einzuschränken und dort hin zu locken, wo ich ihn eher bekämpfen kann.
Sperre in einem Hohlweg

Panzer und Radpanzer bleiben zudem gerne mal stecken oder landen im Straßengraben. Radpanzer sind eher für feste Straßen konzipiert worden und sinken durch ihr eigens Gewicht im Gelände oft ein.

Fennek landet im Graben


Stryker steckt im Matsch fest



Wie ergreife ich Panzerbekämpfungsmaßnahmen?


Ich brauche ein günstiges Rückzugsgebiet für mich, welches mich in meinem Vorhaben und nicht den Panzer begünstigt.

Ich kann älteres und frei verfügbares Material zu Rate ziehen darüber wie man Panzer bekämpft. Beispielsweise wären hier zu nennen der Wehrmacht Lehrfilm Nr. 451, Merkblatt der Wehrmacht 77-3 ,,Der Panzerknacker'', das US Army Field Manual 7-35 Anti-Tank Infantry, Field Manual 21-75 Combat Skills of the Soldier und ganz besonders Ragnar Benson's Buch "Davids Tool Kit - A Citizens Guide to Taking Out Big Brothers Weapons".


Tarnen und verstecken
Was man nicht sieht, kann man nicht erschießen. Individuelle Tarnung in Form von Tarndruck auf der Kleidung reicht heute nicht mehr aus. Panzer verfügen über Nachtsicht- und Wärmebildkameras.

Wärmebildkameras und Nichtsichtgeräte können recht einfach ausgetrickst werden durch die Verwendung von Rettungsdecken, Aluminiumfolie oder Styropor. Mit diesen einfachen Dingen kann bspw. ein Schlupfhemd oder ein Pouncho ausgekleidet werden. Hersteller von modernen Wärmebildkameras meinen zwar immer das würde bei militärischen Kameras nicht funktionieren, aber wer würde schon gerne zugeben, dass seine scheiss teure Kamera ausgetrickst werden kann durch etwas, was jeder für einen Euro im Supermarkt kriegt.
Zudem eignen sich Wärmebildkameras nur schlecht bei Regen oder Nebel.

Um Fahrzeugen die Sicht zu verblenden können Rauchmittel eingesetzt werden, Rauchmittel sind einfach herzustellen, oder sogar Farbmittel. Eine Nebelwand ermöglicht es sich besser anzuschleichen oder zurück zu ziehen. Es macht zudem die Besatzung nervös.

Infrarotstrahler an den Wärmebildkameras können zwar Rauchmittel bis zu einer gewissen Weite durchdringen, können aber genauso überlistet werden durch die oben genannten Mittel. Auf der Standard Army Uniform, und anderen modernen Felddienstuniformen befindet, sich zudem eine Farbstoffschicht IR Blocker, was die Fläche auf der Kleidung auf der Kamera als Schwarz erscheinen lässt. Früher benutzte man wie beim deutschen Bundesgrenzschutz oder der Schweizer Armee dafür einfach rote Tarnflecken, welche durch Rotlichtabsorbation denselben Effekt hatten. Mittlerweile benutzt man Farbstoffe, welche aber auch ausgewaschen werden können. Dies bietet alles jedoch keine völlige Unsichtbarkeit und Bewegung kann weiterhin wahrgenommen werden.

Farbbeutel können einen Panzer eine Zeit lang oder auch auf Länger blind machen.
Die Optik eines M1 Abrams Panzers im "Dog House". Panzer verfügen neben Kameras auch über Winkelspiegel, welche ausgewechselt werden können, sollten sie durch Treffer blind geworden sein. Dies kann bereits durch eine Zwille und Farbbeitel erreicht werden. Ist aber eher etwas für eine urbane Umgebung.


Waffen bauen
Da Onlinepetitionen und Twitter Kampagnen in so einer Situation nichts bringen werden empfiehlt es sich Waffen zu bauen.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

°  Panzersperren
°  Haftladungen
°  Molotov Cocktails
°  Flammenwerfer
°  Minen und USBVs bzw. IEDs
°  Drohnen
°  Rückstoßfreie Geschütze


- Panzersperren
Wohl das billigste und einfachste um zu verhindern, dass schweres Gerät einem zu nahe kommt. Während des zweiten Weltkrieges haben die Russen lange Baumstämme zur Hälfte senkrecht eingegraben um diese als Panzersperren zu benutzen. Auch wenn ein Panzer sie nicht so einfach umfahren kann, sind sie einfach zu sprengen oder abzusägen. NATO-Draht, auch ,,Klingendraht'' genannt, kann aber auch nützlich sein. Dieses Scheisszeug kann kein Radfahrzeug durchfahren ohne dass der Draht sich im Laufwerk verfängt und das Fahrzeug lahm legt. Bei Panzern sollen um die drei Rollen meistens ausreichen.

Baumsperren können manche Radpanzer aufhalten und zusätzlich mit versteckten Minen und Drahtsperren versehen werden.


- Haftladungen
Damit meine ich nicht so eine Scheisse wie aus Saving Privat Ryan, weil einfach ein bisschen TNT in eine Socke stopfen heute nicht mehr reicht. Dieses Zeug soll angeblich aus dem Ranger Handbuch Field Expedient Devices sein. Ich hab bis heute aber weder das Handbuch gesehen, noch sonst irgendeinen Beweis dafür. Wahrscheinlich war es dieser typische Spielberg Schwachsinn mit dem dieser Film voll gepackt ist. Das funktioniert bei modernen Panzern nicht mehr. Bei älteren Panzern gab es da noch etwas wie Spalling bzw. Abplatzungen an der Innenseite des Stahls wenn ein Geschoss oder eine Explosion die Außenseite getroffen hatte. Das Geschoss dringt nicht in den Panzer ein, aber Splitter platzen von der Innenseite ab. Bei sehr, sehr großem Druck kann das auch bei moderneren Panzern vorkommen. Deswegen tragen auch Panzerbesatzungen Splitterschutzwesten.

Der real Deal dagegen sind Thermitgranaten oder Thermitladungen. Thermit ist sehr viel einfacher herzustellen als TNT welches man dann in gefettete Socken stopfen soll. Sie ziehen außerdem nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich in der Nahbekämpfung, müssen aber gut plaziert werden. Um richtig zu funktionieren müssen Thermitladungen auf der Oberfläche eines Fahrzeuges plaziert werden, so dass das Thermit nach unten durchbrennen kann um einen Motor zu zerstören, ein Munitionslager zu entzünden oder einem Besatzungsmitglied ein Loch in den Kopf zu brennen. Eine Thermitladung die unbemerkt am Fahrzeug angebracht werden konnte und sich nun brennend mit 2500 Grad durch den Stahl frisst, während die Besatzung vielleicht noch merkt wie die Wand um sie herum sich rot glühend erhitzt, verursacht Entsetzen und Panik.

Das Technical Manual 31-200-1 der US Army empfiehlt für eine Thermitmischung 3/5 Eisenoxid(Rost) und 2/5 Aluminiumpulver. Die Macher von selbst gemischten Sprengstoffen sind bereits mit den vielen Anwendungsmöglichkeiten von Aluminiumpulver vertraut und wissen, dass man für Krisenzeiten welches auf Vorrat haben sollte.

 Jemen: Mann gegen Panzer

Moderne bzw. modernisierte Panzer verfügen zudem oft über Reaktivpanzerung, was im Grunde genommen Packen von Sprengstoff sind, die explodieren wenn ein Geschoss darauf trifft, um durch den Druck der Gegenexplosion so das Geschoss abzudämpfen. An solchen Stellen sollte man Haftladungen natürlich nicht platzieren.

Reaktivpanzerung

Diese mit Sprengstoff gefüllten Platten können aber auch erbeutet und für eigene Zwecke eingesetzt werden.



- Molotov Cocktails
Ein echter Klassiker. Auch für moderne Fahrzeuge können Molotov Cocktails noch sehr unangenehm sein, da auch moderne Fahrzeuge über Luftansaugschlitze an den Motoren verfügen. Moderne Panzer haben integrierte Feuerlöscher und benötigen daher sehr viel mehr Brandmittel als eine handelsübliche Flasche hergibt.

Brandmittel können modifiziert werden. Im US Marine Corps hat es sich etabliert Mottenkugeln mit Benzin zu vermischen, da das USMC noch mindestens bis 1989 mit Molotov Cocktails experimentiert hat. Da das Corps ein Teil der Navy ist und Admirale nicht sonderlich interessiert an Landkriegsführung sind, ist man dort immer sehr auf Improvisation angelegt gewesen.
Ein allseits beliebter Klassiker ist auch Styropor und Bastler behaupten immer wieder, dies wäre dann Napalm. Die meisten nehmen viel zu viel Styropor dabei und haben am Ende so etwas wie einen nach Benzin stinkenden Marshmallow. Es ist für Anfänger etwas schwierig die richtige Menge zu finden, da Styropor größtenteils aus Luft besteht. Man nimmt besser Styroporkügelchen wie sie als Verpackungsmaterial verwendet werden und sollte am Ende eher einen grauen Brei als einen Marshmallow haben. Napalm ist dieses Zeug trotzdem nicht.

Brennender BTR-80

Das größte Problem bei einem Molotov Cocktail ist aber die Zündung. Idioten nehmen einfach einen Lumpen den sie in den Flaschenhals stecken und das Internet ist voll mit Videos von Trotteln, die sich beim Werfen das brennende Zeug selbst über den Rücken schütten.


Wenn man schon einen Lumpen benutzt, so sollte dieser wenigstens ordentlich an der Flasche verknotet und mit Klebeband/Panzertape befestigt sein.


Ein Molotov Cocktail sollte trotzdem nicht mit der Öffnung nach unten geworfen werden.

Da eine offene Flamme aber auch immer gesehen werden kann empfiehlt es mechanische oder sogar chemische Zünder zu verwenden. Im US Army Technical Manual 31-210 Improvised Munitions Handbook findet sich beispielsweise eine Anleitung für einen einfachen mechanischen Zünder. Zudem findet sich dort die Anleitung für die Anfertigung einer chemischen Zündung bzw. einer sich bei Aufprall selbst entzündeten Brandflasche. Ebenso finden sich dort diverse Mixturen für Brandmittel.




- Flammenwerfer
In vielen Kulturen der Erde gibt es die mythische Figur vom feuerspeienden Drachen, der die Urängste des Menschen von Schlange und Feuer in sich vereint. Die Kontrolle über den Atem des Drachen ist ein mächtiges Werkzeug im Kampf gegen deine Gegner.

Ein Flammenwerfer ist eine recht einfache Konstruktion. Alles was man dafür Braucht ist eine Brandmittelflasche, eine Treibgasflasche, eine Hochdrucklanze, eine Zündflamme, einen Treibstoffschlauch, zwei Drehventile und ein Tragegestell.

Zu dem empfehle ich für das Thema das US Army Handbuch für den Flammenwerfer TM 3-378 von 1945 und das modernere TM 3-1040-204-14 von 1973.

Feuerlöscher mit einer außenliegenden Treibgasflasche eignen sich besonders gut für einen leichten Einsatz mit einer Treibstoffflasche. Oben wird nur noch ein Ventil angebracht zum aufdrehen, wie bei einer Tauchflasche. Der Schlauch durch einen Treibstoffschlauch mit Knick- und Feuerschutz-Feder ersetzt. Am Ende wird die Hochdrucklanze mit einer Zündflamme angebracht, eventuell ein kleiner Bunzenbrenner. Als Tragegestell wollte ich ursprünglich die Rückentrage einer Tauchflasche nehmen, aber das Tragegestell eines großen ALICE Rucksacks mit ein paar Gurten und Bastelei ist die preiswertere Lösung. Überhaupt kann man mit Materialkosten von um die 350 bis 400 Euro rechnen nur für das Gerät. In den USA werden Flammenwerfer von der Firma Flamethrower Plans für um die 900 Dollar online verkauft.


Für größere Geräte, die mit Motoren betriebenen werden, empfehle ich das TM 3-1040-263-34 Power Driven Flamethrower und Breath of the Dragon von Ragnar Benson.


Als Brandmittel kann man ähnliches Gemisch nehmen wie für einen Molotov Cocktail, wobei es aber auch von der Auftragslage abhängt. Zu dicke Brandmittel werden in einem Flammenwerfer allerdings gar nicht funktionieren.

Ein dünnes Gemisch wird beispielsweise eher auf kurze Entfernungen wie dem Häuserkampf benötigt, während ein dickeres Gemisch auf größere Entfernungen gut einsetzbar ist. Normalerweise wird ein Gemisch aus Motoröl und Benzin verwendet. Ragnar Benson empfiehlt in seinem Buch Breath of the Dragon zudem eine Chemikalie mit den Namen Alumagel. Alumagel ist ein Zeug aus Aluminiumseife, isocyanathaltiger Säure und Alkohol. In Deutschland ist das Zeug, im Gegensatz zu den USA wo es zur Brandrodung benutzt wird, nicht verkäuflich. Es ist dem Napalm sehr ähnlich bei dem auch Aluminiumseife als Dickungsmittel eingesetzt wurde. Napalm ist zudem sehr giftig. Auch wenn die Flammen einen Gegner in seiner Deckung nicht erwischen, so sind der Rauch und die entstehenden Gase des Brandmittels extrem giftig und erstickend.


- Minen und USBVs bzw. IEDs
Kommerzielle Panzerabwehrminen verfügen meist über Magneten oder Auslöser, welche nur bei extremem Druck von großen, gepanzerten Fahrzeugen ausgelöst werden. Der Survivalist hat allerdings in der Regel der Fälle keine Möglichkeiten komplizierte Zünder anzufertigen und ist auf den Einsatz von Unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung bzw.  Improvised Explosive Devices angewiesen.

 Unterseite eines durch eine IED zerstörten M1 Abrams Panzer

IEDs können Beispielsweise durch primitive Auslöser, wie einen chemischen Zünder, gezündet werden oder manuell. Ein chemischer Zünder wäre bspw. ein paar Chemikalien, voneinander in Gläsern getrennt, über einem Haufen Sprengstoff. Fährt ein Fahrzeug darüber zerbrechen die Gläser und die chemische Reaktion führt zu einer Detonation. Dies hat natürlich den Nachteil, dass sowohl ein feindlicher Panzer als auch ein Schulbus diese IED auslösen kann.

Manuelle Zünder funktionieren heute überwiegend durch Handy. Ein Handy wird mit Kabeln an eine Zündkapsel angeschlossen und das elektronische Signal, welches der eingehende Anruf auslöst, führt zur Detonation. Es erlaubt außerdem eine sehr zuverlässige Zeitzündung. Der Vibrationsalarm macht eine Zündung extrem einfach. Bombenbauer auf der ganzen Welt entfernen einfach den Motor für den Vibrationsalarm und ersetzen ihn mit einer Leitung zur Zündkapsel. Moderne Jammer bzw. Störsender stören die Radiowellen und verhindern somit, dass das Handy welches als Zünder fungiert Anrufe empfangen kann.

Mobile Störsender

Ist eine Fernzündung durch Funk also nicht möglich, womit man rechnen muss, so bleibt immer noch die altmodische Art über Kabel. Hier wird ein Kabel unterbrochen, an eine Blockbatterie angeschlossen und auf der anderen Seite mit der Zündkapsel oder womit auch immer. An die Stelle der Unterbrechung kann bspw. ein Wäscheklammer Schalter gelegt werden.

Auf den Innenseiten der Klammer braucht es genug Berührungsfläche zwischen den Kabeln. Diese werden Unterbrochen durch irgendein nicht leitendes Material wie Holz. Entfernt man nun das Holz, so erreicht der Strom aus der Batterie die Zündkapsel. Ist zudem eine beliebte Methode Auslöser für Boobytrap Sprengfallen zu bauen.

Im Gelände empfiehlt sich zudem der Einsatz von Schleichminen um mit wenigen Ressourcen einen größeren Bereich abzudecken.

Hier wird eine Mine oder eine Sprengladung an einer Schnur befestigt und aus der Entfernung vor den Panzer gezogen. Dies setzt voraus, dass man ein gut getarntes Versteck vertikal zur Fahrtrichtung des Feindes hat.

Und wo wären wir denn mit Unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung wenn man auch dabei nicht ein bisschen zündeln würde?

Flame Fougasse

Flammen Fougassen sind genau das was man sich unter einer Brandvorrichtung vorstellt. Da der Survivalist in der Regel auch keine Zugang hat zu kommerziellen Brandminen oder "Abwehrflammenwerfern" baut er sich selbst welche. Die Flammen Fougasse ist ein improvisiertes Mittel um über einen Feind völlig überraschend ein Flammenmeer auszuschütten, als hätte er den Zorn eines schlafenden Drachen aus alten Zeiten geweckt. Diese Dinger wurden während des zweiten Weltkriegs zur britischen Landesverteidigung entwickelt und später im Koreakrieg als X-200 eingesetzt.

Für mehr Informationen über den Aufbau und den Einsatz der schlafenden Drachen schlagen sie das Field Manual 20-33 Combat Flame Operations von 1970 nach oder die aktuellere Version FM 3-11 Multi-Service Doctrine von 2011.


- Drohnen
Ferngelenkte Vehikel jeder Art kann der Survivalist ebenfalls nutzen. Die Deutschen setzten während des zweiten Weltkriegs bereits den Sprengpanzer Goliath ein, welcher über eine Konsole und ein Kabeln ferngesteuert und gezündet wurde.


Auch heute werden Ferngesteuerte Vehikel als Drohnen mit Sprengladungen eingesetzt.


Wie bereits erwähnt verfügen Armeen über mobile Störsender und auch hier sollte mit einer Störung der Fernlenkung gerechnet werden. Von Fluggerät halte ich daher, sofern es nicht gegen Hubschrauber geht, recht wenig. Zu leicht zu entdecken, zu schwer zu kontrollieren.


- Rückstoßfreie Geschütze
Einen Panzerschreck bzw. eine Bazooka zu bauen ist relativ einfach. So einfach, dass diese Dinge Ende des Krieges in Schuhfabriken hergestellt wurden. Was heute meistens als Panzerschreck aus Eigenproduktion auftaucht ist eine Konstruktion, welche der Autor des Buches Improvised Home-Built Recoilless Launchers beschreibt. Das Design ist bereits dokumentiert worden bei Terroristen der IRA und kroatischen Separatisten während des Jugoslawienkrieges.


Das Design fällt recht kurz aus um kompakt zu sein damit man es auch besser aus einem Hinterhalt heraus einsetzen kann. Ich bin allerdings kein Fan von diesem Stummel.


Der Bau der Geschosse ist etwas komplizierter, gerade wenn man sie gegen gepanzerte Fahrzeuge einsetzen will, aber nicht unmöglich. Ich würde hier vorallem auf Brandmunition setzen, wie sie auch für den M202 FLASH genutzt wurde.

Sowieso ist hier das wichtigste, wo man den Panzer damit trifft.
Lesen sie für mehr Details für den Panzerschreck das Panzerschreck Bildheft 149a und Merkblatt 77-2 Richtlinien für Ausbildung und Einsatz. Für den Einsatz ist ein Zwei-Mann Team vorgesehen. Dazu wären ABC Masken keine Schlechte Idee, gerade im urbanen Gelände. Der 8,8cm Panzerschreck konnte nicht von einem Gebäude heraus abgeschossen werden, da beim Abschuss der Raketen ein giftiges Gas entstand.


- Mörser und Granatwerfer?
Ich verzichte in der Aufzählung bewusst auf selbst gebaute Mörser und Granatwerfer, auch wenn diese momentan in Syrien sehr beliebt sind, da ich ihren Nutzen gegen gepanzerte Fahrzeuge für zu gering einschätze. Das ist ein Thema für einen anderen Eintrag, denn dieser hier ist sowieso schon zu lang.



Taktik

Taktik ist das wichtige Element was einen unterlegenen Widerständler gegen einen überlegenen Gegner triumphieren lassen kann. Sieht man sich damit konfrontiert, dass eine Gruppe Handlanger mit Panzerfahrzeugen, auf Anweisung der Regierung oder eigene Rechnung, in den Sicherheitsperimeter der Widerständler eindringen, so ist folgendes zu tun.

1. Infantrie von ihren Fahrzeugen trennen.
Dies geht am besten durch den Einsatz von Scharfschützen. Maschinengewehre sind schwerer verfügbar und würden zudem sofort die Position verraten. Gut getarnte Scharfschützen können die Infantrie ausknipsen und niederhalten. Außerdem können sie mit sporadischen Beschuss auf Fahrzeuge die Besatzung ablenken. Ich persönlich würde hier eher auf Leichtigkeit und Mobilität setzen als mit .338 Lapua Magnum zu versuchen, das Fahrzeug selbst anzugreifen.

2. Den Panzer ausmanövrieren.
Stellt die Besatzung fest das auf sie geschossen ist, so wird sie entweder den Schützen suchen und unter Beschuss nehmen, oder aufs Gas drücken um durchzubrechen. Je nachdem wie das Gelände beschaffen ist, kann man ihn voll in die Falle laufen lassen oder zum Rückzug zwingen.

3. Getroffene Fahrzeuge.
Manchmal ist es so, dass Soldaten aus einem getroffenen Fahrzeug sofort abspringen. Auch ein getroffenes, fahrunfähiges Fahrzeug bietet immer noch Schutz vor Beschuss, doch das Gefühl in der Falle zu sitzen sorgt für Angst unter der Besatzung. Bleibt ein Fahrzeug liegen und kann immer noch schießen, so empfiehlt es sich entweder die schweren Geschütze auszupacken und ihm den Rest zu geben, es einzunebeln, es anzuzünden oder abzuhauen. Die Besatzung wird in so einer Situation nicht nur sofort Hilfe anfordern sondern auch in alle Richtungen wachsam sein.

4. Abhauen.
Der Kampf gegen einen Feind ist nicht so frustrierend wie der ausbleibende Kampf gegen einen Feind den man nicht sieht.

5. Nachschub angreifen.
Armeen brauchen sehr viel Nachschub und für den Widerständler ist es einfacher, deren ungepanzerte Nachschubkolonnen anzugreifen. Hinter feindlichen Linien Verwirrung stifften frustriert den Gegner und zwingt ihn dazu, immer wieder seine Kräfte zu verlegen, weg von deinem Ruheraum. Panzerkolonnen können bereits auf der Straße attackiert werden.

Eine "Daisy Chain" kann einen ganzen Konvoy ausradieren.






Also wenn euch das nächste mal jemand sagt "ja aba mit deinem Schießgewehr kann du gega Panza nix machen", dann sagt ihm er soll einfach seine dumme Schnauze halten und sich verpissen.

Und zum Schluss sehen wir uns noch ein paar brennende Panzer russischer Bauart an!



Kommentare:

  1. Nato Draht ist ein absolut ekliges und wirksames Zeug. Nur mit Spezialhandschuhen zu verarbeiten.
    Wundert mich, das sowas noch frei verkäuflich ist.

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  2. Warum wird das Rezept den Molli nicht veröffentlicht? Ist doch kein Geheimnis. Stand schon 1970 ganz offiziell im Reibert: 1/3 Dieselkraftstoff, 2/3 Motorenöl.

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    1. Weil die Leute die Bücher lesen sollen.

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    2. ohne benzin ist der flammpunkt viel zu hoch....1/4..1/3 benzin....rest diesel oder öl

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